Daniel Konzett, Consultor Agro & Turismo, Bahia Brasil
Projekte fuer Landwirtschaft und Tourismus in Bahia Brasilien
Farmen mit Projekten von Daniel Konzett in Bahia Brasilien
AeroFazenda Bahia Brasil, Imagens Aeria de Fazenda
Tourismusprojekte in Bahia Brasilien von Daniel Konzett
Kontakt mit Daniel Konzett in Bahia Brasilien
Agroprojekte Bahia Brasilien bei Daniel Konzett


Permakultur in Bahia Brasilien


Perma Kultur -Systeme Gestalten

Ein vollständiger Gestaltungsprozess umfasst einen sich permanent wiederholenden Kreislauf aus Planung, Errichtung und Erhaltung der Gestaltung mit dem Ziel einer sukzessiven Optimierung. Genutzt werden dabei die Beobachtungen und Reflexionen aus dem Action-Learning-Prozess. Die folgende Auflistung enthält eine (unvollständige) Auswahl an Planungshilfen, Gestaltungsprinzipien und Überlegungen zur Erhaltung einer Gestaltung.

 

Planungshilfen

    * Planung nach Zustandsunterschieden: Beobachtung und Analyse eines Ortes nach gegensätzlichen qualitativen Merkmalen (warm – kalt, feucht – trocken, ruhig – belebt, sonnig – schattig, …) mit dem Ziel, die gegebenen Bedingungen besser beurteilen und in die Planung einbeziehen zu können. In den gemäßigten Klimaten ist dieses Planungsinstrument nur vollständig, wenn sich die Analyse über alle Jahreszeiten erstreckt.

    * Planning for Real: Der gesamte Gestaltungsprozess wird von Beginn für alle Betroffenen, bzw. Interessierten geöffnet. Es können alle erdenklichen Datenerhebungsmethoden zum Einsatz kommen (Interview, Open Space, Papiercomputer, Rollenspiele, …).

    * Data Overlay: Übereinanderlegen mehrerer transparenter Folien, die jeweils besondere, für sich variable Planungselemente enthalten (Wasserkreislauf, Anbauflächen, Wohnraum, Spiel- und Erholungsareale, …), um sich vor der Umsetzung einen optischen Gesamteindruck von der späteren Umsetzung machen zu können.

    * Flussdiagramme: Graphische Verdeutlichung von Ressourcenflüssen (Energien, Stoffe, Informationen), um systemimmanente Dynamiken (Rückkopplungen, etc.) zu verstehen.

    * Zonierung und Sektorierung: Gestaltung durch eine Verknüpfung von räumlich und zeitlich gegebenen Einflüssen (Sektoren) und selbst gestaltbaren Elementen (Zonen).

 

Gestaltungsprinzipien nach den Grundsaetzen der Permakultur

 

Permakultur orientiert sich vorwiegend an Erkenntnissen aus ökologischen und sozialen Systemen. Die Beobachtung und Reflexion systemischer Abläufe soll im Sinne des Systemdenkens zu einem ganzheitlichen Verständnis führen. Um dieses Verständnis auf jedes Permakultur-Konzept anwenden zu können, wurden frei kombinierbare Prinzipien entwickelt.

 






Gestaltungsprinzipien nach Mollison

Aus der Beobachtung von Ökosystemen leitete Bill Mollison folgende Gestaltungsgrundsätze ab:

Permakultur Brasilien

 

Erweiterte Gestaltungsprinzipien nach Holmgren

In seinem 2002 erschienenen Buch Permaculture. Principles and Pathways Beyond Sustainability geht David Holmgren insbesondere auf die kommenden Herausforderungen in Bezug auf die Energiesicherheit künftiger Generationen ein. Rund 25 Jahre nach Bill Mollisons Permaculture One sieht er in der Anwendung von Permakultur ein hilfreiches Instrumentarium für einen sanften und gleichzeitig produktiven Übergang von einer destruktiven High-Energy-Industriegesellschaft hin zu einer nachhaltigen und lebensfreundlichen Low-Energy-Kultur. Eine deutsche Übersetzung seines Buches ist in Arbeit.





Den folgenden Gestaltungsprinzipien widmet er jeweils ein ganzes Kapitel:

Permakultur_Gestaltungsprinzipien Brasiliens

Erhaltung

Die Erhaltung eines permakulturell gestalteten Systems zielt auf eine Optimierung im Sinne einer langfristigen Produktivität. Die Erweiterungen, bzw. Verfeinerungen der implementierten Gestaltungslösungen erfolgt durch kontinuierliche Beobachtung und Evaluation. Ziel ist eine bestmögliche Selbstregulation durch

    * geringe und behutsame Eingriffe

    * vorrangigen Einsatz von Low-Energy und Low-Cost-Techniken

Beispiele angewandter Permakultur

Die oben beschriebenen Prinzipien treten in der praktischen Anwendung nicht als getrennte Phänomene auf, sondern sind auf vielfältige Art miteinander verknüpft. So bilden zum Beispiel die durch Zonierung optimierten Randzonen selbstorganisierende Muster aus, die wiederum mit anderen Elementen des Systems in nutzbringende Interaktion treten können. Im Folgenden sollen hier einige Designprinzipien erläutert werden, um die damit verbundenen Ideen zu verdeutlichen.










<>
Zonierung

Eine der oben beschriebenen Möglichkeiten, mit Permakultur zu planen, ist die Zonierung. Sie dient unter anderem der Energieeffizienz, zum Beispiel der Optimierung von zurückzulegenden Wegen. Für eine Selbstversorger-Landwirtschaft könnte eine Zonierung zum Beispiel so aussehen:

Zone 0         - Gilt als Wohn-Zone/Kernbereich, aber auch als Beschreibung des Nutzers eines permakulturellen Systems.

Zone I           Unmittelbare Nähe von Wohnbereichen. Hier werden Pflanzen angebaut, die täglich genutzt und intensiv gepflegt werden, Kräuter oder Feingemüse.

Zone II          - Gemüsegarten mit weniger intensiver Pflege und Nutzung, wie zum Beispiel Salate, Kohl- oder Wurzelgemüse.

Zone III         -Landwirtschaftliche Zone mit Getreide, Kartoffeln und all denjenigen Anbauprodukten, die weniger Pflege brauchen und jeweils in großen Mengen gleichzeitig geerntet werden.

Zone IV        -Wiesen, Obstbäume, Nussbäume. Diese Zone benötigt kaum Pflege. Die Ernte beschränkt sich auf einen bestimmten Zeitpunkt im Jahr.

Zone V         -Wildnis / Urwald als Ruhezone für die Natur. Idealerweise finden hier keine Eingriffe des Menschen mehr statt.

Dieses Zonensystem ist als Hilfsmittel anzusehen. Es handelt sich hierbei nicht um harte Grenzen. Auch die Zonierung als solche ist den Erfordernissen eines Systems frei anpassbar und folgt keinem starren Konzept. Üblicherweise werden jedoch, wie oben dargestellt fünf Zonen verwendet, oft erweitert durch eine sogenannte Zone 0. Sie ist eher philosophischer Natur und ermöglicht es dem Betrachter einer solchen Zonierung sich selbst zum Objekt seiner Betrachtungen zu machen.

 

Beispiele für Permakultur-Systeme

Aquakultur

In einem Fischteich zum Beispiel wird nicht nur eine Fischart aufgezogen, sondern mehrere Fischarten. Der Teich weist Zonen unterschiedlicher Tiefe und auch unterschiedlicher Bepflanzung auf. Die Raubfische werden nicht gefüttert, sondern ernähren sich von anderen Fischen. Diese finden aber für sich genügend günstige Nischen vor, sodass sie nicht aussterben. Das System reguliert sich als Ganzes weitgehend selbst. Der Mensch fischt „überschüssige“ Fische ab.

Gleichzeitig können essbare Pflanzen an dem Teichrand angebaut werden. Weitere (und zum Teil dieselben) Pflanzen können ihrerseits den Pflegeaufwand des Teiches verringern (Reinigungspflanzen). Die Erhöhung der ökologischen Vielfalt sorgt für ein dynamisches Gleichgewicht, erhöht die Flexibilität und sichert kontinuierliche Erträge.

 

Waldgarten

Selbstversorgung auf kleinem Raum: Nutzung mehrerer Schichten in einem Waldgarten

Aufbau und Pflege von Waldgärten (engl.: forest garden) in Europa basieren auf einem Konzept des Engländers Robert Hart. Im indischen Bundesstaat Kerala gibt es bereits eine jahrhundertealte Tradition, ebenso bei den Chagga am Kilimandscharo (insbesondere vor der Zeit des ausgeprägten Kolonialismus). Dabei werden naturnahe Waldwirtschaft und umfangreiche Nahrungsproduktion miteinander kombiniert.

 

Ein gesundes Ökosystem Mischwald besteht aus sich permanent regenerierenden Bäumen, Sträuchern, Büschen, Kräutern, Bodendeckern und Rankepflanzen. Diese Vielfalt an Vegetationsschichten unterschiedlicher Höhe gewährleistet eine optimale Lichtausbeute und stellt zahlreiche Nischen für eine Vielfalt dort lebender Tierarten bereit; hohe kontinuierliche Produktivität auf relativ kleinem Raum. Diese Beobachtung und die praktischen Erfahrungen aus Indien waren ausschlaggebend für die Entwicklung eines Waldgartenkonzeptes für das gemäßigte Klima in Mitteleuropa.











Daniel Konzett, Landwirtschaftsberatung und Tourismusberatung fuer Bahia Brasilien: Projekte | Farmen | Hotels - Pousadas | Kontakte

Partners:
ImoCanes Agro & Turismo Bahia Brasil | Tropival Garden | Permakultir Brasilien | Anjos das Florestas

Tourismusberatung fuer Bahia Brasilien, Daniel Konzett